• 03.10.2017

    For a long time I find the time to post something on my own website. I was very busy with the transition to Berkeley.global. Here is the very short version of the story. 

  • 23.06.2015

    Our customer, FileMaker, told us about a problem facing their partners, the solution developers in the FileMaker Business Alliance: they were overwhelmed with orders, but could barely handle them due to a lack of qualified employees. How quickly could we set up an effective campaign to attract young database designers?

  • 22.06.2015
    There’s no doubt about it: mobility is on the brink of far-reaching change. This shift has multiple causes: the stagnating automobile market; an increased willingness, particularly among the younger generations, to use public transport; and new types of mobility facilitated by smartphones. essential media is in favour of e-mobility, and one of its projects has involved helping Taxizentrale IsarFunk, a Munich-based taxi company, to launch Germany’s first electric taxi service.
  • 21.05.0015

    Input alone, however, does not make a PR campaign. This was the case, for example, when a study commissioned by Kaspersky Lab and carried out by the Institute for Media Psychology at Würzburg University came across our desks. From a scientific perspective, it was a very interesting study, but our task focused on implementing the results as a PR campaign, and ensuring, as far as possible, that it worked throughout Europe.

Trolle und Hashtags

12.08.2016

Social Media Tipps 3


Reaktion von ProSieben auf den sexistischen Tweet eines Users

Es sollte selbstverständlich sein, dass Sie User von Ihrer Social-Media-Präsenz - zum Beispiel der Facebook Fanpage - im Falle von Beleidigungen, verfassungsfeindlicher Rhetorik oder Fäkalsprache verbannen – ohne wenn und aber. Ein Social Media Team sollte sich allerdings auch mit dem Mechanismen in Social Media Kanälen auseinandersetzen und die Rolle von Trollen nüchtern bewerten, um dann vor und hinter den Kulissen die richtigen Antworten zu finden.

Als die ProSieben-Moderatorin Rebecca Mir auf Twitter sexistisch beleidigt wurde, reagierte das ProSieben-Team sofort mit einem Gegentweet, der mit einer Anzeige drohte. Aus Sicht von Pro7 eine verständliche Reaktion, und es war sicher richtig, dass die Redaktion des Pro7-Twitterkanals sich vor ihre Moderatorin gestellt hat.

Don't feed the troll

Es war die richtige Reaktion – vor allem in Sinne des Trolls, der eine solche Antwort als Auszeichnung betrachtet. Weniger Futter für den Troll wäre besser gewesen. Wir hätten lieber geschrieben: „Hallo Elektrosynek. Aus einer Laune heraus schreibt man viel, doch Dein Beitrag ist eine Beleidigung unserer Moderatorin.“ Die weiteren Schritte, wie etwa das Melden des Accounts an Twitter und die Anzeige hätten wir lieber im Stillen getan. Vielleicht wäre in der Folge noch eine kleine Welle von weiteren Kommentaren entstanden, aber nicht gleich der Hashtag #Pro7Boykott, der auch heute immer wieder gern genommen wird, wenn Zuseher nicht zufrieden sind mit dem Programm. Der Tag brachte es in die Twitter Trends und löste verwunderte Artikel aus, wie etwa von Kerstin Rottmann in der Welt.

Mit Aufmerksamkeit für unpassende Kommentare sollte man sehr sparsam umgehen. Je mehr ein Social Media Team auf verbale Querschläger im Netz eingeht, desto mehr fühlen sich diese befeuert. Wenn man das Social Web als digitalen Zoo betrachtet, in dem sich Soziale Tiere tummeln, dann sind Trolle die Zecken, die Hyänen oder auch die Spassvögel – je nach Fall und Troll. Fast nie sind Trolle geistig minderbemittelte Prekariatsgestalten, oft genug sind sie normal und intelligent, wenngleich mit einem gewissen Drang nach Tourette und Underground behaftet. „Trolle, Alltagssexismus und Hashtags“ beschreibt das recht gut.

Know the troll

Dieselben Autoren sind so fair oder neugierig, auf medium.com auch einen veritablen Troll zu Wort kommen zu lassen. Da zeigt sich, dass zumindest dieser Troll, aber ich glaube auch viele andere Trolls, die Mechanismen des Social Web gut beherrscht, hinterfragt und eine anarchistische Gegenstrategie entwickelt hat.

Es gibt simple Pöbler, aber gerade die Troll-Szene begreift sich als Underground, der durchaus moralische und gesellschaftliche Ansprüche hat. Weil sie Underground sind, entwickeln sie oft eine eigene Sprache oder einen Code, den man nicht mit mangelnden Rechtschreibkenntnissen verwechseln sollte. Das ist vergleichbar mit Jugendjargon, einer Kiezsprache oder den Codes der Sprayer. Es ist also leicht, Trolls misszuverstehen – und man sollte nicht versuchen, ihren Code nachzuahmen.

Es gibt kein Handbuch für den richtigen Umgang mit Trolls. Hohe Toleranz, möglichst nicht füttern, und wenn, ganz trockenes Futter zurückgeben, bis hin zu der Taktik, die doppelte Ironie der Trolls nochmals zu doppeln sind mögliche Reaktionen.

Coverbild: Fotolia/denzorr. Listenbild: Screenshot des Pro7-Tweets

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